Brenner-Versuchsanlage: Neuer Brennversuch erfolgreich abgeschlossen

Aufgrund der steigenden Gas- und Öl-Preise ist die Nachfrage nach günstigeren Ersatzbrennstoffen bei den Anwendern kontinuierlich gestiegen. Die Körting Hannover AG reagierte: um Kunden mehr Flexibilität und eine größere Verfügbarkeit bieten zu können, baute sie einen eigenen Versuchsstand auf. Im Folgenden erfahren Sie mehr über ein Verfahren, das im Bereich der Verbrennung von Sonderbrennstoffen in Deutschland einzigartig ist.

„Früher haben wir uns stark auf die Verbrennung von Holzschleif- und Braunkohlen-Stäube konzentriert“, so der zuständige Projektleiter der Körting Hannover AG, Dr. Benedikt Roberg. „Die große Nachfrage erforderte jedoch eine Ausweitung auf ein breiteres Brennstoff-Spektrum“, fügt der Spezialist für Feuerungstechnik hinzu.

Entsprechende Versuche in Kundenanlagen konnten bislang allerdings nur unter großen Schwierigkeiten und abgestimmt auf die momentane Produktion des Kunden durchgeführt werden. Die Körting Hannover AG fackelte nicht lang. Sie plante, konstruierte und baute eine eigene Anlage, die seit 2010 auf dem Werksgelände in Hannover steht.

Das Besondere an ihr ist das hohe Maß an Flexibilität mit der wir sehr kundenspezifische Fragen mit dem direkten Einsatz von Brennertechnik im industriellen Maßstab beantworten können“, erklärt Ingenieur Roberg. Denn mit dem Industriebrenner-Versuchsstand werden verschiedenste Brennstoffe in staubförmiger, flüssiger oder gasörmiger Form unter variablen Prozessbedingungen verbrannt und hinsichtlich ihrer Zünd-, Verbrennungs- und Emissionseigenschaften untersucht. Und das vor allem mit Blick auf ihre Verwendbarkeit zur industriellen Prozess-Wärmeerzeugung und zur thermischen Nutzung. Ein Novum in Deutschland, das aber auch im Ausland für große Aufmerksamkeit sorgt.

Durch die Verwendung von Rest- und Abfallstoffen oder auch staubförmigen Ersatzbrennstoffen (Holzschleifstaub/Braunkohlenstaub), anstelle der derzeit eingesetzten Primärenergieträger Erdgas und Heizöl, kann den steigenden Energiekosten entgegengewirkt werden. Der planende Ingenieur Marco Meyer dazu begeistert: „Mit dem Industriebrennerversuchsstand haben wir die Möglichkeit, die dafür erforderliche Technologie, abgestimmt auf die jeweiligen Kundenbedürfnisse, bereitzustellen.“

Seit der Genehmigung und Fertigstellung Ende 2010 wurden zahlreiche eigene Weiterentwicklungen an Brennern und zahlreiche Brennversuche für Kunden durchgeführt, darunter Versuche mit Braunkohlestäuben unter schiedlichster Qualitäten und Körnungen, sowie verschiedenste Holzschleifstäube von Lieferanten und Stäube aus nachwachsenden Rohstoffen, wie Sesamstaub und Weizenschlempe, die größtenteils aus der Prozessindustrie kommen. Auch Erdgas und Heizöl EL gehörten dazu.

Das öffentlich geförderte Entwicklungsprojekt zum Versuchsstand wurde im Juni 2011 abgeschlossen. Die ersten Zielsetzungen waren erreicht:

  • wirkungsgrad- und emissionsoptimierte Heizsysteme für industrielle Anwendungen,
  • die Weiterentwicklung der Körting Mehrstoffbrennersysteme sowie
  • die Untersuchung des Zünd- und Verbrennungsverhaltens von staubförmigen Brennstoffen aller Art.

Die Versuchanlage steht somit für die Weiterentwicklung der Körting CKM und CKE Brennersysteme zur Verfügung. Wobei hier der Focus auf der Ausweitung der Brennerbaureihen auf verschiedenste Brennstoffe (flüssig, gasförmig und staubförmig) liegt. Weitere Versuche sind derzeit im Oktober 2011 mit einemspeziellen Holzschleifstaub vorgesehen. Im Anschluss daran soll Petrolkoks untersucht werden. Kunden aus Indien und Kanada haben sich ebenfalls für Brennversuche angemeldet. „Damit haben wir quasi mehrere Eisen im Feuer“, schmunzelt Marco Meyer.

Die BTU-Cottbus hat sich für den Bereich Oxy-Fuel Verbrennung bereits eine Versuchsanlage Anlage in Anlehnung an den Prüfstand der Körting Hannover AG bauen lassen. „Wir sind sehr zufrieden mit dem Ergebnis und der Zusammenarbeit“, erklärt Dipl. Ing. Alexander Findeisen, Projektleiter an der BTU-Cottbus.

An Untersuchungen auf dem neuen Prüfstand der Körting AG sind vor allem Firmen aus dem Bereich der Grundstoff-, der chemischen- und Prozess-Industrie mit einem großen Bedarf an Wärmeenergie oder an einer innovativen Technologie zur Ensorgung von Abfall- und Reststoffen interessiert. Für mehr Information können sich diese gerne direkt an die Körting Hannover AG wenden, oder die Vertretungen im In- und Ausland ansprechen.

Zurück