Grüner Kraftstoff: Körting als Partner beim Bau von Bioethanolanlagen

Unterstützt von Körting baute die zur Firmengruppe Mossi & Ghisolfi gehörende Beta Renewables in Crescentino, Italien, ihre erste großtechnische Anlage zur Bioethanol-Produktion aus landwirtschaftlichen Abfällen. Immer mehr Unternehmen profitieren international von den Vorteilen, die diese Anlagen der „zweiten Generation“ zur besonderen Herstellung des umweltschonenden Energieträgers bieten.

Die neue Edelstahlanlage bei Beta Renewables

Weltweit steigende Ölpreise sorgen für das immer größer werdende Interesse an alternativen Kraftstoffen wie Bioethanol. Bei der Herstellung dieses umweltschonenden Energieträgers haben die Unternehmen vor allem eines im Fokus: Die Produktion bei gleichbleibender Qualität und niedrigeren Kosten zu erhöhen. Beta Renewables setzte deshalb auf ein neu entwickeltes Verfahren, in dem auch Venturiwäscher von Körting eine wichtige Rolle spielen.

Körting Venturiwäscher im Einsatz
Körting Venturiwäscher im EinsatzKörting Versuchsfeld für Optimierungen

Venturiwäscher in vollem Einsatz

Der Prozess, in dem der Venturiwäscher bei Beta Renewables eingesetzt wird, nennt sich Proesa™. „Bei dieser innovativen Technologie wird aus landwirtschaftlichen Abfällen fermentierter Zucker gewonnen, aus dem wiederum Bioethanol oder andere Biochemikalien produziert werden“, erklärt Dipl.-Ing. Arnd Rötz, Leiter der Abteilung Abgasreinigung bei der Körting Hannover AG. Derzeit sind überwiegend noch Anlagen der „ersten Generation“ in Betrieb. Bei diesen werden Rohstoffe, die auch als Lebens- oder Futtermittel genutzt werden, eingesetzt. Für die Erzeugung von Biokraftstoffen der „zweiten Generation“ können jetzt Ausgangsstoffe aus Biomasse verwendet werden, die – wie zum Beispiel Stroh oder Abfallholz – als organischer Abfall gelten oder die auf minderwertigen und für die Landwirtschaft unbrauchbaren Böden wachsen. Dies zeichnet das Verfahren Proesa™ aus. Bislang ungenutzte Überreste aus landwirtschaftlicher Produktion werden jetzt u.a. für die Erzeugung von Bioethanol eingesetzt. Zur Erhöhung der Energieeffizienz musste im Prozess entstehender und mit organischen Stäuben beladener Wasserdampf gereinigt werden. Hier kommt der Körting Venturiwäscher zum Einsatz: „Gas wird mittels eines Gebläses durch den Wäscher gefördert und beschleunigt. Durch Scherkräfte, die auf die eingedüste Waschflüssigkeit einwirken, entstehen feinste Tröpfchen, die mit hoher Geschwindigkeit vom Gas umströmt werden“, berichtet Arnd Rötz. Wegen der Massenträgheit der Partikel können diese den Stromlinien des Gases nicht mehr folgen, prallen auf die Flüssigkeitstropfen und werden von diesen aufgefangen und abgeschieden (Highway-Effekt). „Das Interessante an der Venturianlage ist in diesem Fall der Einsatz von heißem Kondensat bei einer Temperatur von 100 °C, sodass der Dampf beim Kontakt mit der Waschflüssigkeit nicht mehr kondensiert, sondern einer weiteren energetischen Nutzung zugeführt werden kann“, erklärt Arnd Rötz. Das Kondensat wird anschließend in einen Abscheidebehälter vom Dampfstrom getrennt. Der gereinigte Dampf verlässt die Venturianlage über einen Körting Drall-Tropfenabscheider (DTA) und wird in nachträglichen Verfahrensstufen (Wärmerückgewinnung) weiter behandelt. Zur Vermeidung von Sedimentationen des abgeschiedenen Staubes im Abscheidebehälter kommen zusätzlich Körting Düsenmischer zum Tragen, die noch mal deutlich zur Anlagenverfügbarkeit beitragen. Die Edelstahlanlage für Anwendungen mit Volumenströmen bis zu rund 40.000 Nm³/h ist mittlerweile in vollem Einsatz. Über die Zusammenarbeit äußerte sich Beta Renewables positiv: „Körting ist ein zuverlässiges und wichtiges Unternehmen für uns. Die Lieferung des Venturiwäschers erfolgte in der abgesprochenen Zeit und der Start verlief problemlos.“

Entscheidende Vorteile im Wettbewerb

„Beim Bau neuer Anlagen stehen Hersteller besonderen Herausforderungen gegenüber“, so Arnd Rötz. „Mit unserem speziellen Know-how, unserer Erfahrung und unseren Produkten beraten und unterstützen wir weltweit Unternehmen, damit Produktionskosten und Risiken minimiert werden“, fügt er hinzu. Eine schnelle Errichtung und Inbetriebnahme sowie die damit verbundene Verringerung der Projektrealisierungszeit sind entscheidende Faktoren, auf die Körting Einfluss nehmen kann. „Der Service endet bei Körting nicht mit der Inbetriebnahme der Anlage. Unser globaler Support unterstützt unsere Kunden – auch vor Ort – rund um die Uhr an 365 Tagen im Jahr, damit die Produktion reibungslos verlaufen kann“, erklärt Arnd Rötz. Die technischen, innovativen Lösungen von Körting können jederzeit in bestehende Systeme integriert werden, damit die Wettbewerbsfähigkeit erhalten bleibt.

AUF EINEN BLICK

Anwendung: Venturiwäscher zur Entstaubung von Prozessgas
Systemkomponenten: Venturiwäscher, Abscheidebehälter,
Drall-Tropfenabscheider (DTA), Düsenmischer
Gasstrom: 40.000 Nm³/h Wasserdampf mit 102 °C
Waschflüssigkeit: Kondensat mit 100 °C
Entstaubungsgrad: größer 99%

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