Innovation: Neuer Kombibrenner für enercity.

Für enercity wurde ein Konzept realisiert, bei dem zwei eigenständige Produktlinien der Körting Hannover AG und der Tochter Hans Hennig GmbH technisch zu einem völlig neuartigen Gesamtprodukt verschmolzen: ein Kombibrenner, der sich durch größte Effizienz bei niedrigsten Emissionen auszeichnet.

„Einen vergleichbaren Brenner bietet weltweit kein anderer Mitbewerber“, erklärt Udo Urban, Dipl.-Ing. bei der Körting Hannover AG über das innovative Produkt. Grundlage ist der Körting-CKM-Brenner und der Hans-Hennig-HG-Brenner. „Beide sind bereits vielfach im Einsatz und zeichnen sich gerade im Erdgasbetrieb durch geringe Emissionen und Robustheit aus“, so Urban. Durch einen konstruktiven Eingriff konnten sie nun modulartig miteinander kombiniert werden. In dieser Konstellation entstand ein komplett neues zukunftsweisendes Produkt aus Komponenten der Konzernmutter und der Konzerntochter. Die erfolgreiche TÜV-Abnahme erfolgte im März 2013. „Seitdem verfügen wir als Körting-Konzern über einen Gasbrenner mit einem Leistungsbereich von 0,15 - 6,5 MW Leistung, der bereits heute die zukünftigen NOx- Grenzwerte des Jahres 2016 einhält!“

Bisher betrieb enercity in einem Heizkraftwerk einen Hilfsdampfkessel mit einem herkömmlichen Gas-Monoblockbrenner der Leistungsgröße 6,8 MW im Standby-Betrieb. Um hier permanent auf eine Reservedampfmenge zurückgreifen zu können, ist ein diskontinuierliches Nachheizen erforderlich, wie es bei einer heimischen Heizungsanlage der Fall ist. Wird kein Dampf entnommen, schaltet sich der Brenner aus. Bei Dampfentnahme schaltet sich der Brenner ein und produziert Dampf. Wird wenig Dampf benötigt, unterhalb der Mindestleistung des Brenners, in diesem Fall 1 MW, so schaltet sich der Brenner permanent ein und aus. Mit jedem Neustart wird jedoch aus Sicherheitsgründen der gesamte Abgasweg mehrmals mit kühler Frischluft gespült. So geht wertvolle Energie verloren. Um dies zu umgehen, wird ein Schwachlastbrenner benötigt, der den Dampfkessel bei fehlender Dampfentnahme mit minimalster Leistung unter Feuer hält, um Wärmeübertragungsverluste zu kompensieren. „Bei zusätzlicher Wärmeanforderung fährt der Brenner die Leistung hoch und schaltet dann den Hauptbrenner zu. Ein Spülen des Abgasweges mit Frischluft und den damit verbundenen Wärmeverlusten entfällt somit“, erklärt Urban.

„enercity benötigt einen Regelbereich von 1:68, was in diesem Fall 0,1 MW bis 6,8 MW Leistung bedeutet“, sagt Urban. Die Lösung wurde schnell gefunden: Die Produktpalette der Körting Hannover AG lieferte mit dem bewährten Monoblockbrenner CKM63 den Hauptlastbrenner, während die Hans Hennig GmbH mit dem Hochgeschwindigkeits-Gasbrenner HG250 den geometrisch und leistungstechnisch dazu passenden Schwachlastbrenner lieferte. „Beide Brenner wurden also konstruktiv konzentrisch ineinander gebaut. Die ,Konzernmutter‘ umschließt somit die ,Tochter‘ und verschmilzt mit ihr zu einer Einheit!“, so Urban. Auch der Kunde zeigt sich sehr zufrieden mit dem Ergebnis: „Durch diesen neuen, sehr großen Regelbereich sind wir nunmehr in der Lage, während der überwiegenden Zeit, unseren Kessel im Schwachlastbetrieb zu betreiben“, freut sich Henning Schmeyer, Fachgebietsleiter Elektro- u. Leittechnik bei enercity. „Und das, ohne den Kessel zeitweise abzuschalten, wie das früher der Fall war. Ein erneutes Anfahren des Kessels bedeutet eben immer wieder eine erneute Beanspruchung des Materials, die jetzt durch einen durchgängigen Schwachlastbetrieb vermieden wird.“ Wieder zeigt sich hier die Stärke der Körting Hannover AG in der Nische, verstärkt durch eine starke Tochter, der Hans Hennig GmbH, ein maßgeschneidertes Produkt nach Kundenwunsch zu entwickeln. Henning Schmeyer äußerte sich auch über den Projektablauf sehr positiv: „Da es sich hier um einen Prototypen handelt, waren diverse Optimierungsschritte bei uns vor Ort erforderlich, um schließlich den heutigen Zustand zu erreichen. Bei diesem Prozess lief die Zusammenarbeit mit der Körting Hannover AG stets korrekt und zielorientiert“, resümiert er.

AUF EINEN BLICK

Feuerungswärmeleistung Gas 150 - 6800 kW
Regelverhältnis 1 : 68
Gasverbrauch ca.16 - 750 m³/h
Verbrennungsluftbedarf 180 - 8250 m³/h (bei Lambda =1,25)
NOx- Emissionen unter 100 mg/Nm³ (bezogen auf 3% Rest-O2 im Abgas
CO- Emissionen 0 mg/Nm³ (bezogen auf 3% Rest-O2 im Abgas)
Motor Nennleistung Ventilator 22 kW
Umgebungstemperatur 10°C bis +35°C

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