Innovation: Venturiwäscher zur Entstaubung industrieller Abgase

Kosten- und Wettbewerbsdruck für die Unternehmen führen zu neuen Herausforderungen in der Verfahrenstechnik. Dies erfordert Neuentwicklungen. Allerdings kann sich auch in Zukunft der Einsatz bewährter Techniken durchaus auszahlen. Ein interessantes Beispiel ist der Venturiwäscher der Körting Hannover AG zur Entstaubung industrieller Abgase.

„Neu- und Weiterentwicklungen bestehender Prozesse und Verfahren in der Umwelttechnik, stehen derzeit im Focus von Betreibern und Herstellern“, erklärt Arnd Rötz, Dipl.-Ingenieur bei der Körting Hannover AG und Leiter der Abteilung Abgasreinigung. In vielen Bereichen zeige sich jedoch, dass auch bewährte Techniken weiterhin erfolgreich eingesetzt werden. Hierzu zähle in besonderem Maße der Einsatz von Apparaten zur Entstaubung von Gasen. 

Dabei könne die Entstaubung – je nach Anforderung und Randbedingungen – mit nass arbeitenden oder trockenen Systemen geschehen. „Als erste Eingrenzung der Auswahl eines geeigneten Systems zur Abscheidung von Stäuben dient in der Regel die Verteilung der Partikelgröße des abzuscheidenden Staubes“, berichtet Arnd Rötz. Über den Einsatz eines nass arbeitenden oder trockenen Systems würden dann die besonderen Eigenschaften des Staubes entscheiden. Bei Eigenschaften, wie bei-

spielsweise „hygroskopisch“, „wasserlöslich“, „neigt zu festen Anbackungen“ oder „klebrig“, würde ein nass arbeitendes System zum Einsatz kommen. Kleine Partikelgrößen des Staubes favorisierten – unter den nassen Systemen – den Venturiwäscher.

Die Körting Hannover AG baute ihre ersten Venturiwäscher bereits im Jahr 1885. Diese verlässliche Technik kommt auch heute noch erfolgreich in vielen Prozessen zur Anwendung. „Körting Venturiwäscher werden kundenspezifisch für Volumenströme

von ca. 300 bis 150.000 m³/h mit Druckverbräuchen von 20 bis zu 150 mbar in allen gängigen Werkstoffausführungen gebaut“, so Arnd Rötz.

Vor allem, wenn die Randbedingungen des Prozesses, die örtlichen Gegebenheiten oder die Frage des einzusetzenden Werkstoffes besondere Anforderungen stelle, sei die Gasreinigung mit Venturiwäschern eine optimale Lösung.

Zur ständigen Weiterentwicklung dieser Technik wurde auf dem Körting Werksgelände in Hannover ein Versuchsfeld im industriellen Maßstab aufgebaut: „Die beispielsweise bei einer Verbrennung von staubförmigen Einsatzbrennstoffen anfallenden Feinststäube im Rauchgas“, erläutert Arnd Rötz, „werden in einer Venturi-Waschanlage abgeschieden. Variationen hinsichtlich Zünd-, Verbrennungs- und Emissionseigenschaften des eingesetzten Brennstoffes, sowie hinsichtlich des Energieeinsatzes zur Abscheidung im Venturiwäscher können hier untersucht werden.“

Auf dem neuen Prüfstand werden sowohl Brennerversuche für Kunden durchgeführt, als auch die Weiterentwicklung und Optimierung der eigenen Brenner- und Gasreinigungstechnik vorgenommen. Neuere Untersuchungen von Körting zeigen nun, dass immer noch deutliche Verbesserungen erreichbar sind.

Bei Neuplanungen, für welche Pilotanlagen nicht einsetzbar sind, sind die umfangreichen Kenntnisse und Erfahrungen der Anlagenhersteller in den ver-

schiedensten Anwendungsgebieten unverzichtbar, zum Beispiel für eine erste Abschätzung des erforderlichen Energieverbrauchs. Die Körting Hannover

AG steht hierfür als kompetenter Ansprechpartner selbstverständlich zur Verfügung.

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