Vakuumsysteme für Tallöl Anwendungen

Tallöl - das ölige Stoffgemisch gilt als eines der wichtigsten Nebenprodukte bei der Herstellung von Zellstoffen. Durch Fraktionierung können aus Rohtallöl wertvolle Fett- und Harzsäuren gewonnen werden. Für diese Produktionsverfahren spielt Vakuum eine elementare Rolle. Ein ideales Einsatzgebiet für die bewährte Körting Technologie aus Hannover, wie sich aktuell an einem konkreten Anwendungsfall in Finnland zeigt.

Verarbeitung nur unter Vakuum möglich

Die Zielsetzung lag von Beginn an in der Gewinnung der verschiedenen Harz- und Fettsäuren für weitere industrielle Verwendung. Eingesetzt wird dafür ein 5-stufiges Vakuumsystem der Körting Hannover AG. Im Destillationsverfahren werden die leicht siedenden Fettsäure-Komponenten in einer ersten Stufe bei einem Druck von 50 mbar getrennt. In einer weiteren Stufe werden bei einem Druck von 1 mbar die nicht-kondensierbaren Stoffe durch ein Entlüftungssystem abgesaugt. Anschließend findet in der dritten Stufe die weitere Verarbeitung der schwer siedenden Harzsäuren unter einem Vakuum von 0,1 mbar statt. Auf diesem niedrigen Druckniveau findet bereits bei geringen Temperaturen eine Verdampfung statt, ohne Kohlenwasserstoffverbindungen der Harzsäuren zu zerstören. Der niedrige Druck von 0,1 mbar wird allein durch drei direkt nacheinander geschaltete Strahlpum­pen erreicht. Weitere vorgeschaltete Vakuumpumpen, nach dem Diffusions- oder Molekularprinzip, werden nicht benötigt.

Strahlpumpen als ideale Apparate

Für die Realisierung solcher Anlagen ist der Einsatz von Strahlpumpen eine optimale Lösung. Mechanische Vakuumpumpen würden diesen Einsatzbereich nicht abdecken können. Das liegt zum einen an der Größe der Anlage, zum anderen aber auch an der Beschaffen­heit der eingesetzten Produkte und Stoffe. Besonders das Rohtallöl hat eine dickflüssige, zähe Konsistenz. Ein mechanisches Vakuumsystem könnte bei diesen schwierigen Betriebsbedingungen nicht sicher und stö­rungsfrei betrieben werden, während die eingesetzten Strahlpumpen mit solchen Stoffen keine Probleme ha­ben. Auch der verwendete Körting Mischkondensator arbeitet verschmutzungsunanfällig. Diese Rahmenbedingungen sorgen nicht nur für eine hohe Produktivität der Anlage, sie erhöhen auch die Betriebssicherheit und die Standzeit. Neben dem eingesetzten 5-stufigen Körting Vakuumsystem sind keine weiteren Vaku­umpumpen für den Betrieb der Anlage nötig. Vor der Auslieferung der Strahlpumpen an den Kunden wurden diese auf dem Testfeld im Werk Hannover auf deren Funktion getestet. Dabei konnten die Körting Ingenieure das Erreichen der vorgegebenen Leistungsdaten in diesem niedrigen Druckbereich schon vor der Inbetriebnahme bestätigen. Dass die Anlage heute zuverlässig arbeitet und die Betriebserwartungen in jeder Hinsicht erfüllt, wurde bereits durch den finnischen Kunden bestätigt.

Die drei nacheinander geschalteten Strahlpumpen für die Erzeugung eines niedrigen Vakuums von 0,1 mbar auf dem Teststand der Körting Hannover AG

Tallöl – der Vielfältige Stofflieferant

Die aus dem Rohtallöl gewonnen Tallölfettsäuren kön­nen grundsätzlich für die gleichen Zwecke verwendet werden, wie Fettsäuren anderer Herkunft. Als Alternative zu Talgfettsäure aus tierischen Produkten werden sie in Seife genutzt, als Lackrohstoffe verwendet oder auch zu Polyamid- und Epoxidharzen in der Kleb­stoffindustrie weiter verarbeitet. Besonders vielfältig einsatzbar sind die gewonnenen Tallharze. In der Gummiindustrie sind sie als Emulgiermittel bei der Herstellung synthetischen Kautschuks von Bedeutung. In der Bauchemie verbessern sie die Eigenschaften von Beton. Zur Imprägnierung von Holz werden sie Holz­ölen beigemischt. Sogar in handelsüblichem Kaugummi findet man geringe Mengen. Darüber hinaus verbessern sie bei der Papierherstellung die Beschreib- und Bedruckbarkeit des Papiers.

AUF EINEN BLICK

Apparat 5-stufiges Vakuumsystem für Tallöl-Anwendung
Werkstoff CrNi-Stahl
Saugdrücke zwischen 0,1 mbar und 50 mbar
Komponenten drei hintereinander geschaltete Körting Strahlpumpen, Mischkondensator, 2-stufige Strahlpumpen-Entlüftungsgruppe

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